Das Problem bei einem Giannis Antetokounmpo-Trade ist: Es geht nicht nur um den Spieler. Es geht darum, wer die Fäden zieht, und in Milwaukee sehen diese Fäden im Moment ziemlich verheddert aus. Wir stehen vor einem weiteren Sommer, in dem die Zukunft des MVP ein Gesprächsthema ist, besonders nach dem Ausscheiden der Bucks in der ersten Runde gegen die Pacers in sechs Spielen. Aber dieses Jahr fühlen sich die üblichen Trade-Maschinen-Gespräche zweitrangig an gegenüber einem tieferen, komplizierteren Problem, das sich in der Cream City zusammenbraut: Wem gehört das Team eigentlich, und was genau versuchen sie zu tun?
Ganz ehrlich: Die Eigentümerstruktur der Bucks ist ein Chaos. Marc Lasry, der das Team seit 2014 gemeinsam mit Wes Edens besaß, verkaufte seinen Anteil im Februar 2023 für angeblich 3,5 Milliarden Dollar an Jimmy Haslam. Diese Bewertung war übrigens atemberaubend. Für ein Team in einem kleinen Markt ist das eine Menge Geld. Aber es ließ Edens, jetzt der Senior Governor, mit einem neuen Partner zurück, Dee Haslam, Jimmys Frau, die als Miteigentümerin aufgeführt ist. Und dann ist da noch Jamie Dinan, ein weiterer bedeutender Minderheitseigentümer. Es sind viele Köche in der Küche, und es ist nicht klar, wer das Menü zusammenstellt. Quellen in der Liga fragen sich leise, ob die neue Dynamik einen zerstrittenen Entscheidungsprozess schafft, besonders angesichts der drohenden Luxussteuer. Die Bucks werden für die Saison 2024-25 voraussichtlich weit über der Luxussteuergrenze liegen, wobei Antetokounmpo 48,7 Millionen Dollar und Damian Lillard 48,8 Millionen Dollar verdienen soll. Das ist eine enorme finanzielle Verpflichtung und erzwingt schwierige Entscheidungen.
Antetokounmpo selbst hat sich ziemlich klar geäußert. Im August 2023 sagte er Zach Lowe: "Ich möchte nicht 20 Jahre lang im selben Team sein und keine weitere Meisterschaft gewinnen." Die Bucks gewannen den Titel 2021 und besiegten die Suns in sechs Spielen, und Antetokounmpo war Finals MVP. Aber seitdem? Zwei Ausscheiden in der zweiten Runde und das diesjährige Ausscheiden in der ersten Runde. Das ist nicht die Entwicklung, die ein zweifacher MVP will. Er ist diesen Sommer für eine Vertragsverlängerung berechtigt, aber wenn er nicht unterschreibt, werden die Spekulationen über einen Trade auf elf hochgefahren.
**Das finanzielle Drahtseil und die wankelmütige Führung**
Schauen Sie, einen Spieler wie Antetokounmpo zu traden, der in dieser Saison 30,4 Punkte, 11,5 Rebounds und 6,5 Assists pro Spiel erzielte, ist nie einfach. Aber es wird fast unmöglich, wenn die Autoritätslinien verschwommen sind. Wer wird einen Blockbuster-Deal genehmigen, der das Franchise für das nächste Jahrzehnt neu gestaltet? Ist es Edens, der das Team zu einer Meisterschaft führte? Oder sind es die Haslams, die gerade zu einem Premiumpreis eingestiegen sind und möglicherweise andere langfristige Visionen haben? Und vergessen Sie nicht Dinan, der schon lange dabei ist. Diese Art von interner Unsicherheit ist ein Warnsignal für jeden gegnerischen GM, der versucht, ein Trade-Paket zusammenzustellen. Niemand möchte einen Deal aushandeln, nur um ihn scheitern zu sehen, weil drei verschiedene Personen ihn absegnen müssen, jede mit ihrer eigenen Agenda.
Es stellt sich auch die Frage nach dem jüngsten Trainerkarussell in Milwaukee. Mike Budenholzer, der sie zum Titel 2021 führte, wurde nach der Niederlage in der ersten Runde 2023 gegen die Heat entlassen. Adrian Griffin hielt nur 43 Spiele, obwohl das Team eine Bilanz von 30-13 hatte. Dann kam Doc Rivers, der am Ende 17-19 spielte und sie nicht aus der ersten Runde bringen konnte. Diese Art von Instabilität an der Spitze sickert normalerweise nach unten. Es deutet auf das Fehlen einer kohärenten Organisationsstrategie hin, etwas, das man unbedingt braucht, wenn man in Betracht zieht, ein Generationstalent wie Antetokounmpo zu bewegen.
Hier ist meine kühne These: Wenn die Bucks bis zum NBA-Draft im Juni keine absolute Klarheit über ihre Eigentümer- und Führungsstruktur erhalten, werden sie keinen bedeutsamen Schritt mit Antetokounmpo unternehmen, selbst wenn er signalisiert, dass er sich woanders umsehen möchte. Sie werden einfach auf der Stelle treten, gefangen in der Unentschlossenheit. Und das ist das schlimmste mögliche Ergebnis für alle Beteiligten.